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Leseprobe

Nachdem die Koffer eingecheckt waren, versuchte ich mich daran zu erinnern, was ich noch vergessen haben könnte. Ich sah umher. Ich suchte mein Bild in dem Spiegel, den ich in der Handtasche hatte. In der VIP-Lounge der Fluggesellschaft in Guarulhos war ich die einzige Rothaarige, die einzige ohne gepflegte Fingernägel und ohne Make-up. Ich versuchte nachzudenken, aber alles war ein einziges Durcheinander. Nichts an dieser Reise nach Europa hatte ich geplant.

Ein Mann kämpfte mit dem Piano, meine Sitznachbarin murmelte einen Liedtext, der keinen Sinn ergab, alle aßen nur, weil es umsonst war, und die Kellnerin sammelte einmal in der Minute die Reste ein.

Ich wollte Abstand von der Routine bekommen und einen neuen Roman anfangen. Oder zwei. Mein Verleger hatte Madrid vorgeschlagen, zumal das neue Buch etwas von einem Reiseroman hatte. Aber für gewisse Abenteuer war ich im Moment einfach zu bequem.

Ich spürte den Wunsch, jemanden an meiner Stelle zu schicken. Ich wünschte, ich hätte eine Sekretärin, eine Doppelgängerin, einen Klon, eine Figur. Das war der Moment, in dem jemand mir/in mir vorschlug:

»Und wenn ich nicht einsteige?«

Ich empfand die Idee als blöd, aber es ging weiter.

»Wenn es nur darum geht, ein Buch zu schreiben, wozu dann so weit fliegen?«

 

 

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